Unser Hilfsprojekt

Die Strassenkinder von Niamey

Susanne Møller Andersen und Erna Kleiner haben Gilles und seine Organisation Espoir Mandela seit 2019 unterstützt. Damals besuchte Erna Susanne in Niger, wo Susanne für das dänische Rote Kreuz arbeitete. Beide hatten den Wunsch direkt etwas für die Strassenkinder zu tun, die in Niamey sehr sichtbar sind. Schwester Ria, eine der Kleinen Schwestern Jesu, die in Niger leben und arbeiten, empfahl, dass Susanne und Erna die Organisation Espoir Mandela (Mandelas Hoffnung) ökonomisch unterstützen. Bis zu ihrer Heimkehr im Juli 2021 besuchte Susanne wiederholt Gilles und seine Familie an Sonntagen. Sie versuchte so gut es ging, mit den Kindern zu sprechen (sie sprechen doch kein Französisch, sondern ihre lokale Sprache!) zu spielen oder schaute ihnen zu, wie sie Fußball spielten auf der lokalen Fußball bahn mit den Kindern des Quartiers.   

Präsentation von Niger

Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt, eine alte Kolonie Frankreichs. Das Land wurde 1960 selbstständig. Seither erlebte das Land politische Instabilität durch wiederholte Militärkuppe. Dadurch hatte vor allem Frankreich und China Gelegenheit sich einen Teil der geringen Ressourcen wie Öl und Uran zu sichern. Trotzdem ist es dem Land gelungen eine gewisse Stabilität und einen Zusammenhalt der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Die Bevölkerung, etwa 25 Millionen, besteht aus verschiedenen ethnischen Gruppen, die sich aber untereinander als Verwandte verstehen. Gemischte Ehen zwischen den ethnischen Gruppen sind allgemein akzeptiert.

Die Bevölkerung ist mehrheitlich muslimisch, nur eine kleine Minderheit von etwa 40.000 Personen sind Christen, meist Katholiken. Das Land besteht aus zwei Bistümern, im Westen mit Domkirche und Erzbischof in Niamey und im östlichen Teil einem Bischof in Maradi.

Die ganze Region in der nordafrikanischen Sahelzone ist seit dem Mord an Gadaffi in Lybien 2011 unstabil. Dabei wurde Niger zu einer stabilen Insel inmitten von Kriegen und Terrorangriffen in Mali, Lybien, Burkina Faso, Nigeria, Tschad und Cameroun. Aber mit der Zeit wurde öfter über die Grenzen hinweg angegriffen von Kriminellen Gruppen und radikalen Islamisten, die zur Hinsicht haben Niger in ein Kalifat zu ändern. Die Regierung hat alles unternommen um dies Angriffe abzuwenden, aber langsam praktiziert die Bevölkerung einen mehr und mehr konservativen Islam. Diese Entwicklung stützen auch die Koranschulen, die bald an jeder Straßenecke zu finden sind und die direkt von Saudi-Arabien und Qatar unterstützt werden.

Die Geschichte von Gilles und seine Arbeit:

Gilles kommt aus einer Familie, geprägt von Gewalt und Alkohol. Als seine Mutter auszog, meinte sein Vater, der 12-jährige Gilles sei an allem schuld und fand immer wieder einen Anlass ihn zu strafen. Zuletzt fand Gilles keinen anderen Ausweg mehr, als davonzulaufen. Glücklicherweise war er früher zur Schule gegangen. Er hatte auch keinen größeren Wunsch als seine Ausbildung fortsetzen zu können. Nach einer Weile auf der Straße, kam Gilles in Kontakt mit einem Priester, der ihm 100 Kronen versprach, wenn er den Friedhof schön aufgeräumt und sauber hielt. Das tat er und selbst der Bischof freute sich über Gilles Fleiß und Zielbewusstheit. Der Bischof versprach Gilles, seine Ausbildung zu bezahlen. Dieser bestand sein Abitur mit Erfolg, gleichzeitig damit, dass er mit dem Bischof andere Kinder aufsuchte und ihnen half mit der Schulbildung, einem Lehrplatz und Arbeit. In der Folge beschloss Gilles mit dieser Beschäftigung fortzufahren und weiterhin den Straßenkindern zu helfen. Am 15. Januar 2006 gründete Gilles eine kleine Organisation, Mandelas Hoffnung (Espoir Mandela). Seither haben mehr als 5000 Kinder und Jugendliche Hilfe erfahren. Er öffnete sein eigenes Heim für Kinder, mit denen er in Kontakt kam durch sein nächtliches Streifen durch die Stadt, wo er die Plätze aufsuchte, von denen er wusste, dass sich die Strassenkinder versammelten. Er ließ sich ihre Geschichte erzählen, vom Leben auf der Straße mit Gewalt, Kriminalität und Narkotika. Er gab ihnen zu Essen, verband ihre Wunden und sprach mit ihnen davon, die Straße aufzugeben. Wer das wollte, konnte bei Gilles und seiner Familie wohnen und einen Teil seines Haushaltes werden im Gegenzug zu Schulbesuch und Lehrplatz. Er half auch einigen Kindern zu ihren Familien zurückzukehren. In der Hauptstadt Niamey ist Onkel Gilles (Tonton Gilles) bekannt, nicht bloß bei den Straßenkindern, sondern auch bei den Behörden. Falls ein obdachloses Kind im Spital eingeliefert wird, beispielsweise nach einer Schlägerei, oder wird bei einem Diebstahl überrascht und kommt ins Gefängnis, ruft das Personal Onkel Gilles an, dass er den Kindern beistehen kann. Auf diese Weise hat er mehrere Kinder und Jugendliche aus dem Gefängnis geholt und wurde ihnen eine Art Vormund.

Resultate:

Heute wohnen 18 Knaben bei Gilles und seiner Familie. 12 besuchen eine Schule und 6 haben einen Lehrplatz. 5 weitere Knaben wohnen bei ihren Großmüttern, haben aber Kontakt zu Gilles und seinem Heim. Auf dem Grundstück ist eine Nähwerkstatt etabliert, wo 12 Mädchen von einer externen Lehrerin Unterricht bekommen im Nähen. Weitere 4 Mädchen wohnen bei ihren Großmüttern und besuchen tagsüber die Schule.

Von den Jugendlichen haben 37 Jungen und 8 Mädchen jetzt eigene kleine Geschäfte (Autowerkstatt, andere Werkstätte und Straßen Küchen). Letztes Jahr wurde der erste Schüler Student!

Wie haben wir dazu geholfen?

Erna und Susanne haben seit 2019 Gilles Arbeit mit privaten Mitteln unterstützt. Diese sind mehrheitlich für Schulgeld und Nahrungsmitteln angewendet worden, aber auch für Nähmaschinen.

2023 hat die Kirchgemeindetüchtig mitgeholfen und da hat sich Gilles die Anschaffung von Sonnenzellen gewünscht, um Trinkwasser heraufpumpen zu können und im Heim für etwas künstliche Beleuchtung sorgen zu können. Der Rest wurde zum Kauf von Lebensmitteln angewendet.

2024 hat die Kirchgemeinde gewünscht einen zweijährigen Zuschuss zu geben. Wieder werden Auslagen fürs Essen benötigt und Schulgeld muss erlegt werden. Die Mädchen haben sich gewünscht, dass ein Frisörsalon eingerichtet wird. Das Ziel ist es, dass Mädchen das Frisörfach lernen, dass sie später nicht nur einen eigenen kleinen Heimarbeitsplatz für sich einrichten können, sondern auch mittelfristig finanziell zur Haushaltung bei Gilles beitragen können. Im zweiten Jahr soll eine Schreinerei und Zimmermannswerkstatt eingerichtet werden. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf der Ausbildung der Jugendlichen und auf deren Beitrag zu dem allgemeinen Lebensunterhalt in der Großfamilie.

Der Beitrag der Kirchgemeinde geht ungekürzt an Gilles und seine Organisation, wenn die Banküberweisung bezahlt ist. Er bearbeitet ein Budget und eine ausführliche Erklärung, wozu das Geld verwendet werden soll. Bevor die nächste Portion kommt, wird abgerechnet und Rechenschaft abgelegt. Für Budget, Abrechnung und Rapport hat Gilles eine Hilfe an seiner Seite, nämlich Souleymane Gagara, der mit Susanne wenigstens 15 Jahre lang gearbeitet hat. Dabei ist auch gesorgt, dass eine Drittperson involviert ist, die kündig und tatkräftig nicht nur hilft, sondern auch kontrolliert, dass die Mittel für die geplanten Aktivitäten verwendet werden.

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